Verantwortungsvolles Spielen
Glücksspiel ist eine Form der Unterhaltung und kein Weg, Geld zu verdienen. Wer online spielt, sollte das nur mit Beträgen tun, deren Verlust er verschmerzen kann, ähnlich wie das Geld für einen Kinobesuch oder einen Abend mit Freunden. Der Reiz liegt im Spiel selbst, nicht darin, Verluste zurückzuholen. Auf dieser Seite erfahren Sie, wie Sie sich sinnvolle Grenzen setzen, woran Sie problematisches Spielverhalten erkennen und wo Sie in Deutschland Hilfe finden, wenn das Spielen keinen Spaß mehr macht.
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Grenzen setzen und den Überblick behalten
Die meisten Online-Anbieter lassen Sie persönliche Limits festlegen, und das ist der einfachste Weg, Zeit und Geld unter Kontrolle zu halten. Drei Arten von Limits sind besonders wichtig:
- Einzahlungslimits begrenzen, wie viel Sie pro Tag, Woche oder Monat einzahlen können. Bei lizenzierten deutschen Anbietern gilt zusätzlich ein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit von grundsätzlich 1.000 Euro pro Monat. Orientieren Sie sich an Ihrem Budget, nicht an dem, was Sie zu gewinnen hoffen.
- Verlustlimits setzen eine Obergrenze für das, was Sie in einem bestimmten Zeitraum verlieren können. Ist die Grenze erreicht, endet das Spiel automatisch.
- Zeitlimits steuern, wie lange eine Spielsitzung dauern darf. Vor dem Bildschirm verliert man das Zeitgefühl leicht, deshalb hilft eine Erinnerung oder eine feste Grenze dabei, Pausen einzulegen.
Legen Sie Ihre Grenzen in Ruhe fest, nicht mitten in einer Sitzung. Wenn Sie merken, dass Sie ein Limit immer wieder ausreizen, ist das ein Zeichen, es zu senken. Eine Erhöhung tritt meist erst nach einer Wartezeit in Kraft, eine Senkung dagegen sofort.
Warnzeichen für problematisches Spielverhalten
Probleme mit dem Glücksspiel beginnen oft klein und entwickeln sich schleichend. Nehmen Sie es ernst, wenn Sie sich in einem dieser Punkte wiedererkennen:
- Sie setzen mehr, um Verluste wieder hereinzuholen.
- Sie spielen mit Geld, das Sie eigentlich nicht entbehren können.
- Sie leihen sich Geld oder verkaufen Dinge, um weiterspielen zu können.
- Sie verheimlichen vor Familie und Freunden, wie viel Sie spielen.
- Sie spielen, um Stress, Sorgen oder schwierigen Gefühlen zu entkommen.
- Sie schaffen es nicht aufzuhören, obwohl Sie es sich vorgenommen haben.
Treffen mehrere dieser Punkte zu, sollten Sie nicht abwarten. Je früher man gegensteuert, desto leichter lässt sich die Entwicklung umkehren.
Eine Pause einlegen oder sich sperren lassen
Manchmal ist es das Beste, das Spielen für eine Weile ruhen zu lassen. Fast alle Anbieter haben dafür passende Werkzeuge:
- Spielpause: Sie sperren Ihr Konto für einen kurzen Zeitraum, etwa 24 Stunden oder einige Wochen.
- Selbstsperre: Sie schließen sich für längere Zeit vom Spiel aus.
In Deutschland gibt es dafür OASIS, die bundesweite Sperrdatei. Wer sich über OASIS sperren lässt, wird bei allen in Deutschland lizenzierten Glücksspielanbietern gesperrt, beim Online-Casino ebenso wie in der Spielhalle oder beim Sportwettenanbieter. Eine Selbstsperre dauert mindestens ein Jahr. Betrieben wird das System vom Regierungspräsidium Darmstadt gemeinsam mit der Glücksspielbehörde. Den Antrag stellen Sie online oder direkt bei einem lizenzierten Anbieter; eine Anleitung dazu finden Sie bei Check dein Spiel.
Hilfe in Deutschland
Wenn Sie das Gefühl haben, die Kontrolle zu verlieren, gibt es kostenlose und anonyme Hilfe:
- Die Telefonberatung zur Glücksspielsucht der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung erreichen Sie unter 0800 1 37 27 00. Der Anruf ist kostenlos und anonym, und Sie sprechen mit Fachleuten, die beraten und über Behandlungsmöglichkeiten informieren. Auch Angehörige können anrufen.
- Check dein Spiel bietet online einen Selbsttest, eine Chat- und E-Mail-Beratung sowie Adressen von Beratungsstellen in Ihrer Nähe.
- Der Fachverband Glücksspielsucht vermittelt Beratungs- und Behandlungsangebote in ganz Deutschland.
Reguliert wird das Glücksspiel in Deutschland von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), die die Anbieter beaufsichtigt und die Spielerinnen und Spieler schützt. Das Mindestalter liegt bei 18 Jahren. Nicht jedes Online-Casino richtet sich nach deutschem Recht: Anbieter ohne deutsche Lizenz sind nicht an OASIS angeschlossen, und ihre Schutzfunktionen fallen unterschiedlich aus. Prüfen Sie deshalb bei jeder Seite, welche Einzahlungs-, Verlust- und Zeitlimits sowie welche Möglichkeit zur Selbstsperre sie tatsächlich bietet, bevor Sie ein Konto eröffnen. Mehr über uns und die gelisteten Seiten lesen Sie auf unserer Startseite.
Das Wichtigste zum Schluss: Hilfe ist da, und sie ist kostenlos. Wenn Sie sich um Ihr eigenes Spielverhalten oder das eines Angehörigen sorgen, rufen Sie die Telefonberatung unter 0800 1 37 27 00 an. Um Hilfe zu bitten ist ein Zeichen von Stärke und oft der erste Schritt zurück zur Kontrolle.
Was bedeutet verantwortungsvolles Spielen?
Verantwortungsvolles Spielen heißt, Glücksspiel als Unterhaltung zu sehen und nur mit Geld zu spielen, dessen Verlust man verschmerzen kann. Dazu gehört, sich feste Einzahlungs-, Verlust- und Zeitlimits zu setzen und rechtzeitig eine Pause einzulegen, wenn das Spielen keinen Spaß mehr macht.
Wie kann ich mich in Deutschland vom Glücksspiel sperren lassen?
Über OASIS, die bundesweite Sperrdatei, können Sie sich selbst sperren. Die Sperre gilt bei allen in Deutschland lizenzierten Anbietern und dauert mindestens ein Jahr. Den Antrag stellen Sie online über das Regierungspräsidium Darmstadt oder direkt bei einem lizenzierten Anbieter.
Wo bekomme ich bei Glücksspielproblemen Hilfe?
Die kostenlose und anonyme Telefonberatung zur Glücksspielsucht erreichen Sie unter 0800 1 37 27 00. Auch Angehörige können dort anrufen. Zusätzlich bietet Check dein Spiel einen Selbsttest, eine Online-Beratung und Adressen von Beratungsstellen in Ihrer Nähe.
Ab welchem Alter ist Glücksspiel in Deutschland erlaubt?
Das Mindestalter für Glücksspiel in Deutschland liegt bei 18 Jahren. Lizenzierte Anbieter müssen das Alter ihrer Kundinnen und Kunden vor der ersten Einzahlung überprüfen.